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Reviews: 3DS eShop

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Anonymous Hearts

RPG

05.10.2012

Autor: Christian Kohls

 

 

Das Tor zwischen den Welten

 

Das Anonymous Notes keinesfalls als vollständiges Abenteuer zu verstehen ist zeigt sich auch an der Präsentation der Story. Diese wird im Intro lediglich durch kurze Standbilder mit englischen Texteinblendungen erzählt. Dabei ist die Geschichte so dünn wie klischeebeladen. Zwei Welten, die der Menschen und der Dämonen, sind durch ein Tor miteinander verbunden. Das Siegel dieses sogenannten Abyss-Tores wurde gebrochen wodurch der Weg für die Dämonen in die Menschenwelt offen steht. Ihr reist nun in Gestalt von Raid, einem jungen Krieger mit feuerrotem Haar zum Abysstor um die Dämonen aufzuhalten. Über die Motivation unseres Helden wird allerdings leider nichts verraten. Im DS Spiel gab es noch eine Charakterwahl welche in Anonymous Notes vollständig weggefallen ist.

 

Als Raid beim Abyss-Tor ankommt erwartet ihn eine blonde Frau welche sich als Helen vorstellt. Mit Helen kennt man dann auch alle wichtigen Charaktere des Spiels. Sie ist für die Bewachung des Tores zuständig und passt auf das keine Dämonen in die Welt der Menschen eindringen. Helen berichtet unserem Helden außerdem das er durch das Tor in die Dämonenwelt reisen und den Großen Dämon vernichten muss um das Abyss Tor zu schließen.

Nach dieser anfänglichen Sequenz entwickelt sich die Story nicht mehr signifikant weiter. Nach erfolgreichen Ausflügen in die Dämonenwelt, welche auch der Dungeon genannt wird, wird der Spieler mit einem meist belanglosen Gespräch zwischen Helen und Raid „belohnt“.

 

Tief im Abgrund

 

Am Anfang des Spiels lässt euch das Spiel zwischen 3 Speicherplätzen wählen. Zwei dieser Speicherplätze sind mit zukünftigen Episoden von Anonymous Notes kompatibel sodass ihr euren Fortschritt übernehmen könnt. Ort der Handlung begrenzt sich auf einen Raum vor dem Abyss-Tor welcher als Optionsmenü dient und dem Dungeon hinter dem Abyss-Tor in dem es Monster zu vermöbeln gibt. Apropos Dungeon, dieser ist in jeweils 3 Abschnitte eingeteilt welche jeweils noch Untergebenen besitzen können. Innerhalb des Dungeons ist es euer ziel den Ausgang zu finden und euch dabei durch Gegnerhorden zu kämpfen. Das aktive Kampfsystem ist durch einfaches Knopfdrücken zwar simpel aber dennoch spaßig. Wer schon bei Secret of Mana Spaß an den Kämpfen fand, bekommt hier ähnliches geboten.

 

Die Monster können mit verschiedenen Waffentypen wie dem Schwert, der Axt, der Lanze, oder dem Bogen bekämpft werden. Auch Magie darf natürlich nicht fehlen und so könnt ihr durch den Einsatz von Manapunkten mächtige Zaubersprüche und Waffenspezifishce Fähigkeiten einsetzen und so euren Gegnern einheizen. Das Erlernen von neuen Fähigkeiten geschieht nicht wie in anderen Rollenspielen durch Aufleveln des Helden, sondern müssen von den Monstern abgesaugt werden. Zu Beginn des Spiels erhaltet ihr eine Fähigkeit mit der ihr Gegnern die Seelen stehlen könnt. Dabei ist es umso leichter die Seelen zu erlangen je weniger Lebenspunkte das Opfer hat. Durch das Absaugen der Seelen können nicht nur Fähigkeiten erlernt werden sondern auch verschiedene andere Effekte auftreten. Manchmal erholen sich eure Lebens- oder Manapunkte bei abgesaugten Seelen oder ihr erhaltet einen negativen Zustand.

Schade, und ganz und gar Genre untypisch, ist der Umstand, dass sich Raid im Spiel nicht verbessern kann. Es gibt keine Level-ups oder gar Erfahrungspunkte von den Monstern. Dies zieht eine konstante Lebens- und Manapunktanzahl nach sich. Eine Verbesserung ist nur durch das erlangen von stärkeren Fähigkeiten und besserer Ausrüstung möglich. Durch das Fehlen dieser Charakterentwicklung ertappte ich mich sehr bald dabei, dass ich den Gegnern auf der Suche nach dem Ausgang häufiger auswich, als diese zu bekämpfen. Der Anreiz sich mit den Gegnern anzulegen und möglicherweise Lebenspunkte zu verlieren war einfach zu klein. Der einzige Grund mit den Monstern zu kämpfen ist eigentlich die Beute welche diese nach ihrem Tod hinterlassen. Dies kann die eben angesprochene Ausrüstung in Form von Waffen, Rüstungen und Ringen sein, oder aber in Items gespeicherte Zauber welche beim Einsatz freigesetzt werden. Heiltränke um eure doch recht begrenzten Lebenspunkte aufzufüllen gibt es übrigens keine.

Um euch im Dungeon nicht zu verlaufen steht euch eine übersichtliche Karte zu Verfügung welche sich ständig aktualisiert. Auch euer Status ist jederzeit einsehbar.

 

Und täglich grüßt das Murmeltier

 

Am Ende des dritten Abschnitts erwartet euch ein großes Bossmonster welches es zu bezwingen gilt. Nach dem Sieg über diesem berichtet euch Helen das es mehrere Parallelwelten gibt und auch in diesen anderen das Bossmonster bezwungen werden muss. Ihr beginnt nun also wieder drei Abschnitte zu durchlaufen, welche sich von den vorigen Abschnitten nicht gravierend unterscheiden und alle Elemente des Spiels recyclen, sogar das gleiche Bossmonster wartet am Ende wieder auf euch. Durch die ständige Wiederholung und dem Ausbleiben von neuen Inhalten stellt sich recht bald Langeweile ein.

 

Zwischen den Erkundungen des Dungeon könnt ihr im Raum mit dem Abyss-Tor bei Helen Gegenstände einlagern und speichern. Solltet ihr bei eurem Abenteuer sterben so verliert ihr alle im aktuellen Abschnitt eingesammelten Gegenstände und müsst diesen von Beginn an neu spielen. Die bei Helen eingelagerten Items sind natürlich dabei nicht verloren.

 

SNES Charme

 

Anonymous Notes größte Stärke ist sicherlich die hübsche Aufmachung. Die Grafik versprüht einen tollen SNES Charme und erinnert an alte Spieleklassiker wie Secret of Mana oder Terranigma. Die einzige Gegend welche ihr im Dungeon immer und immer wieder erkundet besteht aus einer saftigen Hügel- und Wiesenlandschaft welche zufällig generiert wird. Das Design der Charaktere sowie Monster kann sich durchaus sehen lassen und erinnert auch hier an die angesprochenen RPG Klassiker. Die Musik geht in Ordnung und passt zum Charme des Spiels. Leider sind die vorhandenen Musikstücke wie fast alles andere in Anonymous Notes sehr begrenzt.

Woher das Spiel seinen Namen hat erschließt sich auch nicht so richtig, habe ich doch noch keinen einzigen Hinweis auf anonyme Nachrichten gefunden.

Um das Spiel in vollem Umfang genießen zu können solltet ihr übrigens ein paar Englischkenntnisse mitbringen, da die Texte ausschließlich in englischer Sprache zur Verfügung stehen.


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Fazit

Anonymous Notes Chapter 1: -From the Abyss- hätte etwas richtig Gutes werden können. Die liebevolle detaillierte Grafik weckt einen große Hoffnungen auf ein Spiel im Stile vieler SNES RPG`s. Auch das Kampfsystem kann sich durchaus blicken lassen, trotz geringer Komplexität macht dieses doch Spaß. Das Spiel krankt allerdings an so vielen für das Genre wichtigen Aspekten das sich kein richtiger Spielspaß einstellen will. Die Story wird rasch und lieblos erzählt, man wird nicht für das bekämpfen von Monstern belohnt und durch die ständigen Wiederholungen weckt das Spiel keinen Entdeckerdrang. Unterm Strich bleibt leider ein Spiel mit guten Ansätzen aber im Detail zu repetitiven Gameplay.

Grafik

gut

Sound

ok

Steuerung

ok

Spielspaß

schwach

43%

Singleplayer

-

Multiplayer

Release

08.09.2011

Publisher

Sonic Powered

Nintendo Points

2



Neue Wertungsskale für 3DS-Spiele

Um gegen den stetig weiter ansteigenden Höhenflug der Noten anzugehen, haben wir uns für eine fixe Notenskala entschieden, die wir ab sofort bei 3DS-Spielen verwenden. Hier könnt ihr also nachlesen, was eine Note in Worten ungefähr bedeutet. Andere Konsolen bleiben außen vor, damit dort weiter Vergleichbarkeit gewährleistet ist, das folgende gilt also nur für den 3DS:

 

90-100 Prozent

Absoluter Ausnahmetitel, nahe an der Perfektion. Diese Wertung bekommen nur die wenigsten Spiele, die das Medium vorantreiben, neue Elemente etablieren oder einfach nur an der Perfektion kratzen.

 

80-89 Prozent

Sehr gute Spiele, die man gespielt haben sollte.

 

70-79 Prozent

Gute Spiele, die man sich als Genre-Fan nicht entgehen lassen sollte.

 

60-69 Prozent

Ebenfalls gute Spiele, die aber mit größeren Mängeln zu kämpfen haben.

 

50-59 Prozent

Durchschnittliche Spiele, die höchstens für Fans interessant sind.

 

30-49 Prozent

08/15-Kost, starke Mängel

 

10-29 Prozent

Katastrophale Spiele, die in allen Aspekten den Ansprüchen nicht gerecht werden.

 

0-9 Prozent

Unspielbar.


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